Strom und Wärme aus einer Brennstoffzelle, Mai/Juni 2018

Viessmann Brennstoffzelle

Im Herbst 2017 sprach uns ein guter Kunde bezüglich einer Sanierung seiner Heizungsanlage an. Die betreffende Immobilie, eine Doppelhaushälfte Baujahr 1989, verfügte über eine thermische Solaranlage, welche zu dieser Zeit als äußerst innovativ anzusehen war. Ein atmosphärischer Heizwertkessel sorgte, im Zusammenwirken mit einer aufwendigen hydraulischen und elektronischen Regelung, für die Warmwasserbedürfnisse sowie die Fußbodenheizung.

Ende der 1980er Jahre begann die Industrie mit der Entwicklung von Brennstoffzellen für kleinere Wohneinheiten. Unser Kunde stellte sich damals vor, sein nächstes Heizsystem auf eine dann wohl moderne und ausgereifte Brennstofftechnologie umzustellen. Verschiedene Hersteller hatten hier experimentiert, auch Feldversuchsanlagen wurden in den 90er-Jahren betrieben, ohne allerdings eine Marktreife zu erreichen. Die Brennstofftechnik ist jedoch seit ca. 3 Jahren verfügbar. Im nächsten Schritt erkundeten wir die Marktlage und fanden zwei Hersteller, die uns eine Lösung anbieten konnten.

Gemeinsam mit dem Kunden entschieden wir uns für eine äußerst innovative und kompakte Produktkombination, bestehend aus einer Brennstoffzelle von Panasonic mit einem entsprechend dimensionierten Pufferspeicher und einem Spitzenlastbrennwertheizgerät von Viessmann.

https://www.viessmann.de/de/wohngebaeude/kraft-waerme-kopplung/mikro-kwk-brennstoffzelle/vitovalor.html

Im nächsten Schritt eruierten wir die Fördermöglichkeiten. Hierfür wurde gemäß den Vorgaben der KfW ein Energieeffizienzberater eingebunden, um die Fördermöglichkeiten ausschöpfen zu können. Es wurde das Bausoll erfasst und die entsprechenden Anträge gestellt. Der Zuschuss der KfW bedingt einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage. Wir erstellten dem Kunden hierfür die notwendigen Angebote, differenziert entsprechend der Fördertöpfe.

Ende Mai diesen Jahrs ging es dann endlich los. Der alte Kessel und der vorhandene Warmwasserspeicher wurden demontiert, die Elektroanlage wurde den Anforderungen einer stromerzeugenden Heizung angepasst und der hydraulische Abgleich wurde wie geplant realisiert. Hierfür wurden die Fußbodenheizkreisverteiler erneuert und durch volumenstromgesteuerte Ventile ersetzt. Diese wurden dann auf den entsprechenden Sollwert, welcher sich aus der Heizlastberechnung ergab, eingestellt.

Eine LAN-Verbindung für die Brennstoffzelle wurde hergestellt und nach nur 4 Tagen waren alle Komponenten betriebsbereit.  Der Netzbetreiber setzte neue Stromzähler. Die Anlage wurde durch den Hersteller der Brennstoffzelle in Betrieb genommen und die Fernüberwachung für den Kunden und uns für eingerichtet. Somit war das Bauwerk vollendet.

Die moderne Heizungsanlage ist nur noch alle drei Jahre vom Schornsteinfeger zu prüfen. Sie produziert bei einer regelmäßigen Wärmeabnahme bis zu 16,5 kW/h Strom pro Tag. Sie ist über die Vitodata Schnittstelle aufgeschaltet und kann jederzeit und von überall gesteuert werden. Das große Vertrauen dieses Kunden zu uns, ermöglicht uns die Einsicht in seine Anlage. Die Einsparung an CO2 ist enorm und erklärt auch die immens hohen Zuschüsse der KfW.

Ein weiteres Bonbon ist sicher auch die 10-jährige Voll-Garantie, die Viessmann auf dieses Produkt gewährt.

Auch der Nachbar unseres Kunden profitierte. Ihm wurden kurzer Hand die alten, nicht mehr benötigte Solarpaneele zugeschlagen und an seine Anlage angebunden. Somit kann er sich mit wenig Aufwand über einen deutlich erhöhten Solarertrag freuen.
 

Vitovalor 300 P